Veganes Leben
Für mich gehört das vegane Leben unbedingt zur Ganzheitlichkeit dazu. Denn ich sehe nicht, wie man ganzheitlich leben will, ohne die Tiere und das Leid, das wir ihnen zufügen, mit einzubeziehen. Es ist nicht im Sinne des Ganzen, der Natur, der Welt, einen Großteil der Schöpfung gefangen zu halten, zu quälen, zu Versuchen zu missbrauchen, ihnen ihre Nachkommen wegzunehmen, sie aufzuessen und ihre Muttermilch zu trinken. Der Film “Earthlings” zeigt sehr deutlich auf, wie vielfältig die Art unseres Speziezismus ist – wie oft wir die Rechte der Tiere missachten, einfach weil wir die Macht dazu haben. Sogar unsere Tierschutzgesetze gehen davon aus, dass es völlig in Ordnung ist, Tiere zu halten und zu züchten mit dem ausschließlichen Zweck, sie oder ihre Körperprodukte zu verzehren. Das wird gar nicht infrage gestellt.
Theodor W. Adorno wird der Satz zugeschrieben: “Auschwitz beginnt da, wo einer im Schlachthof steht und sagt: es sind ja nur Tiere”. Das finden Sie jetzt übertrieben? Der Autor Charles Patterson belegt in seinem Buch: “Für die Tiere ist jeden Tag Treblinka” die Zusammenhänge.
Auch wenn man die ethische Betrachtung nicht nachvollziehen kann, belegen täglich Studien, dass uns eine Ernährung mit tierlichen Nahrungsmitteln schadet. Die Amerikaner und Kanadier sind der Deutschen Gesellschaft für Ernährung weit voraus, denn letztere plädiert immer noch für eine Mischkost, während die ersten beiden inzwischen ein Positionspapier veröffentlicht haben, in dem sie erklären, dass die vegane Ernährung der menschlichen Gesundheit in jedem Alter und in jeder Lebenslage zuträglich ist und dazu beiträgt, chronische Erkrankungen zu heilen.
Doch wer sich Veganer nennt bezeichnet damit nicht nur die Ernährungsweise. Es geht darum, Tiere nicht mehr auszubeuten – ein sehr weitreichendes Konzept. Dazu gehört, auf Dinge wie Leder, Seide, Bienenwachskerzen, etc. zu verzichten. Ebenso betrachten wir Veganer die Einrichtung von Zirkussen, Zoos und das Betreiben der Jagd als nicht annehmbar.