Archive for the “Umwelt” Category

12. Dezember 2010 Kategorie Inspiration, Tierrechte, Umwelt, vegan

Die Rache der Weihnachtsbäume

Das Bild bedarf eigentlich keiner Worte, aber der dazu gehörige englischsprachige Artikel von Mike Adams ist ebenfalls lesenswert, wenn man sich wirklich mit dem Gedanken, was Weihnachten bedeutet, beschäftigen möchte. Achtung: Echte Satire! Klicken Sie auf den Cartoon, um zum Artikel zu gelangen.

10. Dezember 2010 Kategorie Inspiration, Umwelt

Stoppen wir gemeinsam das Belomonte-Staudamm-Projekt

Lange habe ich hier nichts geschrieben. Meine anderen Websites sind dafür überarbeitet und auf www.fragino.de gibt es jetzt auch relativ regelmäßig einen Newsletter zum Thema Ernährung.

Aber es geht ums Ganze, es geht auch um den Regenwald, der 20% unseres Trinkwassers in seinen Flüssen transportiert. Wer den Film Avatar gesehen hat, wird Paralellen sehen zu einem der aktuellen Projekte der brasilianischen Regierung: dem Bau des Belomonte Staudamms. Die Organisation Amazonwatch hat einen Film gedreht, in dem Sigourney Weaver das Projekt beschreibt. Ich habe den Film auf Deutsch synchronisiert und auch wenn man noch einiges daran verbessern könnte, ist die Information jetzt jedenfalls auch in unserer Sprache zugänglich. Wer statt meiner lieber Sigourney Weaver im Original hören möchte, klickt >>>hier.

Rettet-den-Regenwald hat auch einen Aufruf gestartet, denn einer der Preisträger des diesjährigen alternativen Nobelpreises – Bischof Erwin Kräutler – unterstützt den Kampf gegen die Zerstörung des Amazonas ebenfalls seit Jahren. Nehmen Sie an der Aktion teil, damit wir gemeinsam etwas bewirken können.

Doch nun das Video

22. September 2010 Kategorie Tierrechte, Umwelt

Wieder 15 Pilotwale in der Bucht von Taiji abgeschlachtet

Bericht aus Taiji: 21. September 2010

von Scott West
Sea Shepherd Conservation Society

Schätzungsweise 15 Pilotwale wurden heute morgen in der Bucht von Taiji, im Japanischen Bezirkt Wakayama, getötet.

Im ersten Tageslicht brachte ein Boot die Delphintrainer vom öffentlichen Strand hinüber zu der Killerbucht, wo die Wale festgehalten wurden. Sie waren nicht lange fort, dann kamen sie zurück und verließen die Gegend in ihren Autos. Anscheinend war keiner der Wale für den Handel mit lebenden Tieren geeignet. Vielleicht waren sie schon zu sehr von den Schlägen verletzt, mit denen sie in der flachen Bucht zurückgehalten wurden. Die Behauptung, die Meeresaquarien weltweit verbreiten, dass sie nämlich nicht am Töten von Walen beteiligt sind, entpuppte sich heute als Lüge.

Kurz nachdem die Trainer verschwunden waren, kamen die “Fischer”. Ihre knallharte Effizienz straft ihre Behauptungen Lügen, dass sie Delphine und Wale achten und verehren.

Planen werden über die eben abgeschlachteten Wale gebreitet

Planen werden über die eben abgeschlachteten Wale gebreitet

Es war bald vorbei und die Netze wurden heruntergelassen. Dann verließen kleine Boote mit ihrer toten Ladung, die sie sorgfältig unter Planen versteckt hielten, die Bucht. Die Boote verschwanden um die Ecke außer Sicht, daraufhin verließen auch bald Polizei und alle anderen die Gegend. Wir blieben noch und entdeckten dann von einem anderen Aussichtspunkt aus einen Kahn vor der Bucht, der mit Planen bedeckt war. Dort hatte man die Wale aus dem Wasser geholt. Die toten Wale wurden mit Seilen, die an ihren Schwanzflossen befestigt waren, von dem Kahn herab auf ein Delphinjägerboot gezogen. Drei Mal zog das Boot etwa 5 Wale von dem Kahn herunter und transportierte sie zum Schlachthof im Hafen von Taiji.

Im Schlachthof waren die großen Tore geöffnet und die Aktivitäten im Bereich der Meeresfrüchte spielten sich vor aller Augen ab. Niemand schämt sich dort. Auf der Seite, wo die Wale hingebracht wurden, war das allerdings nicht der Fall. Die Tore auf dieser Seite waren fest verschlossen und eine riesige orangefarbene Plane hing davor, um die Vorgänge dort vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Als das Jagdboot seine letzte Ladung toter Wale zum Schlachthof brachte, war Sea Shepherd vor Ort, um die Lieferung zu dokumentieren.

Die toten Wale werden in den Schlachthof gezerrt.

Die toten Wale werden in den Schlachthof gezerrt.

Selbst hier versuchten die “Fischer” die Körper ihrer Opfer vor unseren Blicken zu verstecken. Sie bedeckten sie mit einer Plane als sie sie aus dem Wasser über die Betonstufen nach oben zogen und dann unter einem fast ganz herabgelassenen Rolltor durchzogen. Das Tor schloss sich daraufhin schnell.

Warum treffen diese Männer solche drastischen Vorkehrungen, um ihre Aktivitäten vor uns und damit vor der Welt zu verbergen? Wenn sie stolz auf ihren Beruf und ihre sogenannte “Kultur” wären, warum verbergen sie dann ihre Taten? Nein, es ist eine Schande und sie wissen es. Sie sind sichtbar wütend auf uns, weil wir ihre Lüge an die Öffentlichkeit bringen.

Ich wurde auch wütend, nachdem ich Zeuge der Ereignisse an diesem Morgen geworden war. Ich war wütend auf meine eigene Unfähigkeit, diesen Dingen ein Ende zu setzen. Ich habe mein Berufsleben als FBI Beamter verbracht und war immer in der Lage gewesen, einzugreifen, um kriminelles Verhalten zu beenden. Das einzige, was es mir leichter macht, ist, hier zu sein und es zu wagen, diese entsetzliche Lüge an die Öffentlichkeit zu bringen. Vielleicht wird die Welt hören, was hier vorgeht und Druck machen, um dem ein Ende zu setzen. Nur eine Handvoll Männer aus Taiji machen bei diesen Taten mit und doch ist die ganze Stadt von ihren Verbrechen gezeichnet. Taiji ist eine sehr kleine Küstenstadt im ländlichen Japan und doch ist die ganze japanische Nation von den Verbrechen befleckt, die diese Männer begehen.

Ich verließ den Ort und seine Leute voller Wut. Wie können sie es wagen, diese Verbrechen zu ignorieren? Eine kurze Zeit lang hasste ich alle Japaner.

Ungefähr eine Stunde nach den Vorfällen in der Bucht, spazierte ich durch die nahe gelegene Stadt Katsuura und sah die junge Verkäuferin aus der Bäckerei. Sie lächelte, als sie mich wiedererkannte und grüßte mich freundlich. Ich wollte ihn noch festhalten, aber mein Hass schmolz dahin. Es sind nicht die Japaner, die ich hasse. Ich hasse die Taten einer Handvoll Männer und die bewusste Blindheit der Bevölkerung. Ich möchte die Japaner dazu ermutigen, ihre Augen zu öffnen, sodass sie erkennen, wie der größte Teil der Welt diese Taten einiger weniger Männer in Taiji sieht. Es liegt an der Welt, die Japaner wissen zu lassen, was für ein Ansehen ihnen diese wenigen Männer in Taiji verschaffen.

Der 14. Oktober 2010 wurde von Ric Barry zum Tag des internationalen Protests ausgerufen, an dem der japanischen Regierung möglichst weltweit mitgeteilt werden sollte, wie wir uns fühlen. Seit 2003 organisiert Sea Shepherd Protestaktionen zum Schutz der Delfine und Wale. Ich wünsche mir, dass dieses Jahr auch in Deutschland viele Menschen den Tag nutzen, um vor der Japanischen Botschaft und den Konsulaten dagegen zu protestieren.

21. September 2010 Kategorie Allgemein, Umwelt

Ich war eine von Vielen

Am Wochenende war ich in Berlin auf der Anti-Atomkraft Demo. Mein ausführlicher Bericht wurde jetzt von meiner Lieblings-Internetzeitung ‘The Intelligence’ veröffentlicht. Bitte hier klicken…

21. September 2010 Kategorie Ernährung, Tierrechte, Umwelt

Fische – vergessene Opfer auf unseren Tellern.

Von Peter Singer, übersetzt von Frauke Girus-Nowoczyn

Als ich ein Kind war, nahm mich mein Vater immer zu Spaziergängen mit, oft am Fluss entlang oder am Meer. Wir kamen an Anglern vorbei, die vielleicht gerade ihre Angel mit einem kämpfenden Fisch am Ende einholten. Einmal sah ich einen Mann, der einen kleinen Fisch aus einem Eimer nahm, um ihn noch zappelnd auf einen leeren Haken zu spießen und ihn als Köder zu verwenden.

Ein anderes Mal, als unser Weg entlang eines ruhigen Stroms führte, sah ich einen Mann am Ufer sitzen und seine Angel beobachten, anscheinend im Frieden mit sich und der Welt, währen neben ihm die Fische, die er bereits gefangen hatte, hilflos zappelten und nach Luft schnappten. Mein Vater sagte, dass er nicht verstehen könne, wie jemand sich daran freuen könne, seinen Nachmittag damit zu verbringen, Fische aus dem Wasser zu ziehen und sie draußen langsam sterben zu lassen.

Diese Kindheitserinnerungen kamen zurück als ich Worse Things Happen at Sea: the Welfare of Wild-caught Fish [wörtl.: 'Schlimmeres geschieht auf dem Meer: wie es freilebenden Fischen ergeht, die gefangen werden'] las, einen bahnbrechenden Bericht, der vorigen Monat auf fishcount.org.uk. veröffentlicht wurde. Fast überall auf der Welt gilt es als normal, dass Tiere, wenn sie zu Nahrungszwecken getötet werden, möglichst leidensfrei getötet werden sollen. Schlachtregeln beinhalten im Allgemeinen, dass die Tiere sofort bewusstlos sein müssen, bevor sie getötet werden, oder dass der Tod augenblicklich erfolgen muss, oder im Fall rituellen Schlachtens, dass der Tod so schnell erfolgen möge, wie es die religiöse Doktrin zulässt.

Das gilt nicht für Fische. Es gibt keine “humanen” Schlachtbedingungen für frei lebende Fische, die im Meer gefangen und getötet werden, auch für Zuchtfische existiert so etwas eher nicht. Fische, die von Fischdampfern gefangen werden, werden an Bord gehievt und man lässt sie dort ersticken. Sie lebend als Köder auf Angelhaken zu spießen ist eine gängige Praxis: Bei der Langleinenfischerei zum Beispiel gibt es Hunderte oder Tausende Haken an einer einzigen Leine, die 50 bis 100 Km

Ein Hering gefangen im Netz eines Schottischen Fischdampfers.

Ein Hering gefangen im Netz eines Schottischen Fischdampfers.

lang sein kann. Fische, die den Köder annehmen, können viele Stunden lang am Haken hängen, bevor die Leine eingeholt wird.

Die kommerzielle Fischerei verwendet häufig Stellnetze – Wände aus feinen Netzen, in denen die Fische sich verheddern, oft mit den Kiemen hängen bleiben. Sie können darin ersticken, weil sie durch die verhedderten Kiemen nicht mehr atmen können. Wenn nicht, bleiben sie doch stundenlang gefangen, bevor die Netze eingeholt werden.

Die überraschendste Enthüllung dieses Berichts ist jedoch die atemberaubende Anzahl von Fischen, denen Menschen diese Todesarten zumuten. Indem sie die Tonnagen aus den Fangberichten den verschiedenen gefangenen Fischarten zuordnete und sie durch das Durchschnittsgewicht jeder Fischart teilte, erstellte Alison Mood, die Autorin des Berichts, die vermutlich erste systematische Schätzung der Anzahl weltweit gefangener frei lebender Fische. Es handelt sich ihren Berechnungen nach um eine Trillion [1.000.000.000.000.000.000], es könnten aber auch bis zu 2,7 Trillionen sein.
Betrachten wir dies einmal anders: die United Nations Food and Agriculture Organisation [Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen] schätzt, dass etwa 60 Milliarden Tiere jährlich zum menschlichen Verzehr getötet werden – das entspricht etwa neun Tieren pro menschlichem Wesen auf unserem Planeten. Wenn wir von Moods niedrigerer Schätzung von einer Trillion ausgehen, entspricht die Anzahl der gefangen Fische pro Kopf 150. Das beinhaltet noch nicht die Milliarden Fische, die illegal gefangen werden, auch nicht die Fische, die ungewollt als Beifang gefangen und weggeworfen werden und auch die Fische, die als Köder auf Haken gespießt werden zählen dabei nicht.
Viele dieser Fische werden indirekt verzehrt – gemahlen als Fischmehl landen sie in der Massentierhaltung bei Hühnern oder Fischen. Eine durchschnittliche Lachsfarm verbraucht 3-4 Kg freilebender Fische für jedes Kilogramm Lachs, das sie produziert.
Nehmen wir einmal an, all dieser Fischfang wäre nachhaltig, was er natürlich nicht ist. Es wäre dann doch beruhigend zu glauben, dass das Töten in solch einem riesigen Ausmaß nicht schlimm ist, weil Fische keinen Schmerz empfinden. Aber das Nervensystem der Fische ähnelt dem von Vögeln und Säugetieren genug, um annehmen zu lassen, dass dem doch so ist. Wenn Fische etwas erleben, das anderen Tieren körperliche Schmerzen zufügt, verhalten sie sich auf eine Weise, die Schmerz vermuten lässt und die Veränderung in ihrem Verhalten kann mehrere Stunden lang anhalten. Es ist ein Mythos, dass Fische ein kurzes Gedächtnis haben. Fische lernen, unangenehme Erfahrungen zu vermeiden, wie z.B. Elektroschocks. Schmerzstillende Medikamente verringern die Schmerzsymptome, die sie sonst zeigen.
Victoria Braithwaite, Professorin für Fischerei und Biologie an der Pennsylvania State University, hat vermutlich mehr Zeit auf die Erforschung dieses Themas verwendet als je ein anderer Wissenschaftler zuvor. Ihr kürzlich erschienenes Buch Do Fish Feel Pain? [Empfinden Fische Schmerz?] zeigt, dass Fische nicht nur Schmerz empfinden können, sondern sogar viel klüger sind, als die meisten Menschen glauben. Im letzten Jahr erklärte eine wissenschaftliche Kommission der EU, dass ausreichend Beweise dafür vorliegen, dass Fische Schmerz empfinden.
Warum sind Fische die vergessenen Opfer auf unseren Tellern? Ist es, weil ihr Blut kalt ist und sie von Schuppen bedeckt sind? Ist es, weil sie ihrem Schmerz keine Stimme verleihen können? Aus welchem Grund auch immer, die Beweise häufen sich, dass kommerzieller Fischfang unvorstellbare Schmerzen und Leiden verursacht. Wir müssen lernen, freilebende Fische auf humane Art zu fangen und zu töten – oder, wenn das nicht möglich ist, weniger grausame und nachhaltigere Alternativen für ihren Verzehr finden.

Originaltext

Peter Singer

Peter Singer

Peter Singer ist Professor für Bioethik an der Princeton University und Preisträger der Universität von Melbourne. Sein bekanntestes Buch ist wohl Animal Liberation – Die Befreiung der Tiere aus den 70er Jahren. Neuere  Bücher sind Praktische Ethik und in diesem Jahr wurde  Leben Retten – Wie sich die Armut abschaffen lässt und warum wir es nicht tun veröffentlicht.

21. August 2010 Kategorie Ernährung, Medizin, Tierrechte, Umwelt, vegan

Eier Rückrufaktion wegen Salmonellen

Ein halbe Milliarde Eier werden nach einem Befall mit Salmonellen zurückgerufen. Nur zwei Eierfarmen haben diese Menge produziert und an beiden Orten wurden bei Tests Salmonellen gefunden. Daher der Rückruf. Das “Egg-Safety Centre” – das “Zentrum für Eiersicherheit” kommentierte dazu: “Nur ein Prozent aller Eier in den USA sind betroffen”.

Natürlich könnte es uns eigentlich egal sein, ob in den USA gerade eine solche Rückrufaktion stattfindet, denn die Eier werden wohl kaum nach Deuschland gelangen. Oder vielleicht doch? In weiterverarbeiteten Lebensmitteln könnten sie vielleicht doch… aber darum geht es mir gar nicht.

Ich bin bestürzt über die Mengen. Wenn eine halbe Milliarde Eier nur 1% der Eier in den USA ausmacht, bedeutet das, das 50 Milliarden Eier auf dem Markt waren, als die Rückrufaktion begann. Bei nicht ganz 300 Millionen Einwohnern sind das ca. 15 Eier pro Kopf, Veganer und Lacto-Vegetarier nicht herausgerechnet. Wie viele Milliarden Hennen sitzen dafür in Legebatterien? Wieviel “Kraftfutter” aus genmanipuliertem Mais und Fischmehl wird ihnen gefüttert? Wieviele Tonnen ihrer Exkremente verseuchen die Luft und das Grundwasser? Ist es in Deutschland ähnlich?

Wenn ich diese Dimensionen anschaue, dann frage ich mich, ob wir wirklich überhaupt etwas ausrichten können, wenn Einzelne unter uns sagen: da mache ich nicht mehr mit. Wie viele Menschen müssten diesen Schritt gehen, damit sich in der Welt sichtbar etwas verändert? Und doch kann nur jeder einzelne Mensch für sich allein die Entscheidung treffen, an diesem System teilzunehmen oder eben nicht. Im Fall des Essens ist es auch ganz einfach – nur wir selbst entscheiden, was wir in den Mund stecken und was nicht. Niemand anderes ist verantwortlich.

21. Juni 2010 Kategorie Medizin, Umwelt

Das nächste giftige Erbe

Merle Savage war ein “Freiluftmensch”, hatte ihre Freude an all den wunderbaren Dingen, die Mutter Natur zu bieten hat. Sie kletterte auf Alaskas Berge und wanderte durch den Grand Canyon. Aber dann kam die große Ölpest und danach gab es kein Klettern mehr, kein Wandern und nur noch wenig Freude.

Sie arbeitete bei der Reinigung in der Folge der Exxon Valdez Katastrophe mit. Savage sagt, dass sie wochenlang einen Nebel aus Rohöl und Lösungsmitteln einatmete. Bis zu diesem Zeitpunkt war sie für ihre fünfzig Jahre ganz gesund – und so sah sie auch aus – aber kurz darauf begannen die ersten schweren Gesundheitsprobleme, die zwei Jahrzehnte lang anhielten: Hustenanfälle, heftiger Durchfall, Lungenentzündungen, verstopfte Blutgefäße. Der Beginn ihrer Leberzirrhose verblüffte die Ärzte.

“Wir alle husteten und erbrachen uns monatelang”, sagt Savage, die keine Vorgeschichte von Rauchen oder Trinken hatte und keiner Atemmaske während der Reinigungsarbeiten trug. “Wir dachten, es sei eine Erkältung. Exxon sagte uns, Rohöl sei ungiftig und wir glaubten ihnen.”

Sie hat wenig juristische Möglichkeiten – ein Gericht erklärte die medizinischen Aufzeichnungen von Exxon bis 2023 für geheim – aber heute – einundzwanzig Jahre später, gilt ihre Hauptsorge nicht ihr selbst. Ihr Anliegen und das vieler anderer Umweltaktivisten, die sich mit den Folgen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko von 2010 befassen ist, die Gesundheit ihrer heutigen Leidensgenossen zu schützen, die ähnlichen Bedingungen ausgesetzt sind – sowie einem noch giftigeren Öl. Merle Savage möchte nicht, dass noch jemand einen solchen Alptraum wie sie selbst erleben muss.

Fischer verklagen BP und Nalco

Bei der derzeitigen Ölpest kommen Chemikalien, die das Öl auflösen sollen noch mehr zum Einsatz als damals in Alaska. Eine Gruppe von Fischern hat inzwischen Klage gegen BP und Nalco, den Hersteller der Chemikalien, eingereicht. Sie argumentiert, dass die Lösungsmittel, die zur Reinigung der Ölverschmutzung im Golf von Mexiko zum Einsatz kommen, vier mal giftiger sind, als das Öl selbst und dass auch sie die Umwelt und die Menschen vergiften.

Über 4 Millionen Liter Corexit 9500 und Corexit 9527 sind seit dem 20. April bereits über der Golfregion versprüht worden, um das Öl aufzulösen, obwohl es weniger schädlich Methoden gibt. Die Kläger sagen, dass das Lösungsmittel viel größere Schäden verursacht, als die Ölpest selbst, wenn sie an die Küsten gelangt wäre.

Corexit 9527 wurde bereits bei der Exxon Valdez Katastrophe an Alaskas Küsten eingesetzt und steht unter dem Verdacht, ernste Gesundheitsschäden bei den damaligen Helfern verursacht zu haben. In Großbritannien sind beide Chemikalien seit 1998 verboten, weil sich zeigte, dass sie an felsigen Küstengebieten Umweltschäden hervorrufen.

Gesundheitsschäden

Jerald Ault, Professor an der Universität von Miami, sagte, Corexit könnte “bedeutende” Auswirkungen auf die Nahrungskette sowie auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit haben. Es gibt Berichte, dass Delphine und andere Tiere an den Auswirkungen der Chemikalien sterben. “Man muss darauf schließen, denn vorher starben sie nicht und jetzt sterben sie. Welchen Schluss kann man wohl daraus ziehen?”

BP beurteilt das gesundheitliche Risiko für Menschen als gering und führt Unterlagen von Nalco an, die die gesundheitlichen und Umweltrisiken als “niedrig” einstufen, trotz der Tatsache, dass einem der Bestandteile im Tierversuch Schäden an den roten Blutkörperchen und an den Nieren nachgewiesen wurden. “Untersuchungen an Menschen lassen darauf schließen, dass der menschliche Organismus relativ widerstandsfähig gegenüber solchen Auswirkungen ist, wenn das Lösungsmittel angewendet wird, wird es verdünnt und in der Umwelt heruntergebrochen”, sagte ein Mitarbeiter von BP.

Interessanterweise sitzen ein früherer Chef von BP und einer von Exxon Mobil im Aufsichsrat von Nalco.

Quellen:
http://www.esquire.com/blogs/politics/gulf-oil-spill-health-effects-062110#ixzz0rpKIHK8J

http://www.fairwarning.org/2010/06/fishermen-sue-bp-and-chemical-company-claim-dispersants-are-poisoning-the-gulf/

http://www.mcclatchydc.com/2010/06/07/95474/with-1-million-gallons-of-dispersants.html
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27. Mai 2010 Kategorie Umwelt

Chevron soll aufräumen

Chevron, der Nachfolgekonzern von Texaco und Gulf Oil hat in Ecuador eine beispiellose Umweltverschmutzung angerichtet und den Lebensraum sowie die Gesundheit von über 30.000 Menschen zerstört. Bereits 1967 begann die Ausbeutung von Ölfeldern, die auf dem Land von fünf Eingeborenenvölkern liegen: den Cofan, Siona, Secoya, Kichwa, and Huaorani. Die Regierung verließ sich auf das Know-How der großen amerikanischen Firma und die Zerstörung unberührter Natur wurde auch später von der Militärdiktatur, die das Land sieben Jahre lang beherrschte, unterstützt. Das Militär bedrohte die Menschen und wenn sie sich den Bohrungen widersetzen wollten, wurden sie enteignet.

Chevron ging vollkommen rücksichtslos vor. Überall wurde die Erde und das Wasser mit Öl verschmutzt. Bisher unbekannte Krankheiten breiteten sich unter den Eingeborenen aus, Kinder kamen mit Geburtsfehlern auf die Welt. Die Tiere verschwanden, Missernten begannen und Krebserkrankungen wurden immer häufiger. Das Gesamtergebnis aus all den Jahren wird auch als das “Tchnernobyl des Amazonas” bezeichnet.

Seit Jahren kämpfen die Ecuadorianer darum, dass Chevron in die Verantwortung genommen wird. Ein Kampf “David gegen Goliath”, der von Joe Berlinger unter dem Titel “CRUDE” dokumentiert wurde.

Chevron bedient sich aller juristischer und medialer Tricks, hat sogar den Gerichtshof in Den Haag angerufen, weil die ecuadorianische Regierung ‘nicht objektiv sei und von der eigenen Verantwortung ablenken wolle’. Gestern wurden Menschen, die vor dem Firmensitz in Houston anlässlich der Aktionärsversammlung protestieren wollten, festgenommen.

Avaaz hat eine Unterschriftenkampagne ins Leben gerufen, die direkt an die Geschäftsleitung des Unternehmens, dessen Aktionäre und die US Medien überbracht werden soll. Unterzeichnen Sie mit und sorgen Sie dafür, dass dieser Konzern nicht seine Macht ausnutzt, um Menschenleben zu zerstören. Hier geht es zur Unterschriftenaktion: –> klick!

21. Mai 2010 Kategorie Umwelt

Solarbetriebene Frachtschiffe?

Können Sie sich vorstellen, dass Schiffe mit riesigen Sonnensegeln ausgestattet werden und so der Transport von Waren und Reisen deutlich umweltfreundlicher werden? Das ist schon seit einiger Zeit möglich – für Fähren, Tanker, Privatjachten – und erste Firmen setzen die Technik auch schon ein. Die Firma Solar Sailor hat sich die Technologie patentieren lassen und ihre Produkte sind nicht nur umweltfreundlich, sondern auch eine Augenweide. Schiff mit SonnensegelErste Fährschiffe sollen in Hongkong zum Einsatz kommen, ein großes chinesisches Frachtunternehmen nutzt bereits die Sonnensegel und senkt so den Energieverbrauch ihrer Transportschiffe um 20-40%. Kombiniert man die Sonnensegel mit Hybridmotoren, wird die Energiebilanz noch besser.