Archive for the “Tierrechte” Category

24. Dezember 2010 Kategorie Inspiration, Tierrechte, vegan

Ich kann keinen Frieden finden

Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen – diesen Satz verbinde ich mit Weihnachten. Wir alle wünschen uns ein friedliches und besinnliches Fest im Kreise unserer Lieben um das Fest zu feiern, das dem Menschen gewidmet ist, der all dem Konflikt auf Erden ein Ende setzen wollte.

Gestern habe ich hier eine Petition unterzeichnet, die verhindern soll, dass Gänse weiterhin bei lebendigem Leib von einer Maschine gerupft werden. Ich denke immer, ich hätte schon alles gehört, aber ich war total erschüttert. Was ist das für ein Mensch, der so ein Gerät ersinnt und was sind das für Menschen, die sie dann auch kaufen und anwenden? Gehen die womöglich sonntags in die Kirche? Beten sie am Tisch und danken dem Herrn für seine Gaben? Kennen Sie das Gebot „du sollst nicht töten“?

Ich kann keinen Frieden empfinden, wenn ich weiß, dass für unser Essen an Weihnachten Millionen und Abermillionen Tiere gequält und getötet wurden. Ich kann sie vor meinem inneren Auge sehen und mit meinem inneren Ohr hören. Ich kann auch keinen Frieden finden, in dem Bewusstsein, dass tausende Männer jetzt zum Sextourismus in Asien sind und dort mit Kindern das machen, wofür sie hier ins Gefängnis gehen würden. Der Mann, der vor ein paar Wochen die beiden Jugendlichen getötet hat, war als Kind schon ein Tierquäler. Ich sehe, dass diese Dinge miteinander verbunden sind, aber es ist in meinen Augen nicht die Lösung über noch mehr Gefängnisse und Sicherheitsverwahrung zu sprechen, sondern darüber, wie wir mit Kindern umgehen und wie wir ihr natürliches Mitgefühl mit allen Wesen aufrechterhalten und fördern können. Als Mutter ist es ganz einfach den Kindern zu sagen: wir essen kein Fleisch, weil dafür andere sterben müssen. Wir verwenden keine Eier, weil dafür Millionen Hähnchen täglich vergast oder lebendig zermust werden. Wir trinken keine Milch, weil diese Milch für Kuhbabys ist. Das versteht jedes Kind sofort. Das kann man auch im Kindergarten, in der Schule und bei Freunden vertreten. Es könnte so einfach sein. Wie singt Herbert Grönemeyer doch gleich: Die Erde ist freundlich – warum wir eigentlich nicht?

12. Dezember 2010 Kategorie Inspiration, Tierrechte, Umwelt, vegan

Die Rache der Weihnachtsbäume

Das Bild bedarf eigentlich keiner Worte, aber der dazu gehörige englischsprachige Artikel von Mike Adams ist ebenfalls lesenswert, wenn man sich wirklich mit dem Gedanken, was Weihnachten bedeutet, beschäftigen möchte. Achtung: Echte Satire! Klicken Sie auf den Cartoon, um zum Artikel zu gelangen.

22. September 2010 Kategorie Tierrechte, Umwelt

Wieder 15 Pilotwale in der Bucht von Taiji abgeschlachtet

Bericht aus Taiji: 21. September 2010

von Scott West
Sea Shepherd Conservation Society

Schätzungsweise 15 Pilotwale wurden heute morgen in der Bucht von Taiji, im Japanischen Bezirkt Wakayama, getötet.

Im ersten Tageslicht brachte ein Boot die Delphintrainer vom öffentlichen Strand hinüber zu der Killerbucht, wo die Wale festgehalten wurden. Sie waren nicht lange fort, dann kamen sie zurück und verließen die Gegend in ihren Autos. Anscheinend war keiner der Wale für den Handel mit lebenden Tieren geeignet. Vielleicht waren sie schon zu sehr von den Schlägen verletzt, mit denen sie in der flachen Bucht zurückgehalten wurden. Die Behauptung, die Meeresaquarien weltweit verbreiten, dass sie nämlich nicht am Töten von Walen beteiligt sind, entpuppte sich heute als Lüge.

Kurz nachdem die Trainer verschwunden waren, kamen die “Fischer”. Ihre knallharte Effizienz straft ihre Behauptungen Lügen, dass sie Delphine und Wale achten und verehren.

Planen werden über die eben abgeschlachteten Wale gebreitet

Planen werden über die eben abgeschlachteten Wale gebreitet

Es war bald vorbei und die Netze wurden heruntergelassen. Dann verließen kleine Boote mit ihrer toten Ladung, die sie sorgfältig unter Planen versteckt hielten, die Bucht. Die Boote verschwanden um die Ecke außer Sicht, daraufhin verließen auch bald Polizei und alle anderen die Gegend. Wir blieben noch und entdeckten dann von einem anderen Aussichtspunkt aus einen Kahn vor der Bucht, der mit Planen bedeckt war. Dort hatte man die Wale aus dem Wasser geholt. Die toten Wale wurden mit Seilen, die an ihren Schwanzflossen befestigt waren, von dem Kahn herab auf ein Delphinjägerboot gezogen. Drei Mal zog das Boot etwa 5 Wale von dem Kahn herunter und transportierte sie zum Schlachthof im Hafen von Taiji.

Im Schlachthof waren die großen Tore geöffnet und die Aktivitäten im Bereich der Meeresfrüchte spielten sich vor aller Augen ab. Niemand schämt sich dort. Auf der Seite, wo die Wale hingebracht wurden, war das allerdings nicht der Fall. Die Tore auf dieser Seite waren fest verschlossen und eine riesige orangefarbene Plane hing davor, um die Vorgänge dort vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Als das Jagdboot seine letzte Ladung toter Wale zum Schlachthof brachte, war Sea Shepherd vor Ort, um die Lieferung zu dokumentieren.

Die toten Wale werden in den Schlachthof gezerrt.

Die toten Wale werden in den Schlachthof gezerrt.

Selbst hier versuchten die “Fischer” die Körper ihrer Opfer vor unseren Blicken zu verstecken. Sie bedeckten sie mit einer Plane als sie sie aus dem Wasser über die Betonstufen nach oben zogen und dann unter einem fast ganz herabgelassenen Rolltor durchzogen. Das Tor schloss sich daraufhin schnell.

Warum treffen diese Männer solche drastischen Vorkehrungen, um ihre Aktivitäten vor uns und damit vor der Welt zu verbergen? Wenn sie stolz auf ihren Beruf und ihre sogenannte “Kultur” wären, warum verbergen sie dann ihre Taten? Nein, es ist eine Schande und sie wissen es. Sie sind sichtbar wütend auf uns, weil wir ihre Lüge an die Öffentlichkeit bringen.

Ich wurde auch wütend, nachdem ich Zeuge der Ereignisse an diesem Morgen geworden war. Ich war wütend auf meine eigene Unfähigkeit, diesen Dingen ein Ende zu setzen. Ich habe mein Berufsleben als FBI Beamter verbracht und war immer in der Lage gewesen, einzugreifen, um kriminelles Verhalten zu beenden. Das einzige, was es mir leichter macht, ist, hier zu sein und es zu wagen, diese entsetzliche Lüge an die Öffentlichkeit zu bringen. Vielleicht wird die Welt hören, was hier vorgeht und Druck machen, um dem ein Ende zu setzen. Nur eine Handvoll Männer aus Taiji machen bei diesen Taten mit und doch ist die ganze Stadt von ihren Verbrechen gezeichnet. Taiji ist eine sehr kleine Küstenstadt im ländlichen Japan und doch ist die ganze japanische Nation von den Verbrechen befleckt, die diese Männer begehen.

Ich verließ den Ort und seine Leute voller Wut. Wie können sie es wagen, diese Verbrechen zu ignorieren? Eine kurze Zeit lang hasste ich alle Japaner.

Ungefähr eine Stunde nach den Vorfällen in der Bucht, spazierte ich durch die nahe gelegene Stadt Katsuura und sah die junge Verkäuferin aus der Bäckerei. Sie lächelte, als sie mich wiedererkannte und grüßte mich freundlich. Ich wollte ihn noch festhalten, aber mein Hass schmolz dahin. Es sind nicht die Japaner, die ich hasse. Ich hasse die Taten einer Handvoll Männer und die bewusste Blindheit der Bevölkerung. Ich möchte die Japaner dazu ermutigen, ihre Augen zu öffnen, sodass sie erkennen, wie der größte Teil der Welt diese Taten einiger weniger Männer in Taiji sieht. Es liegt an der Welt, die Japaner wissen zu lassen, was für ein Ansehen ihnen diese wenigen Männer in Taiji verschaffen.

Der 14. Oktober 2010 wurde von Ric Barry zum Tag des internationalen Protests ausgerufen, an dem der japanischen Regierung möglichst weltweit mitgeteilt werden sollte, wie wir uns fühlen. Seit 2003 organisiert Sea Shepherd Protestaktionen zum Schutz der Delfine und Wale. Ich wünsche mir, dass dieses Jahr auch in Deutschland viele Menschen den Tag nutzen, um vor der Japanischen Botschaft und den Konsulaten dagegen zu protestieren.

21. September 2010 Kategorie Ernährung, Tierrechte, Umwelt

Fische – vergessene Opfer auf unseren Tellern.

Von Peter Singer, übersetzt von Frauke Girus-Nowoczyn

Als ich ein Kind war, nahm mich mein Vater immer zu Spaziergängen mit, oft am Fluss entlang oder am Meer. Wir kamen an Anglern vorbei, die vielleicht gerade ihre Angel mit einem kämpfenden Fisch am Ende einholten. Einmal sah ich einen Mann, der einen kleinen Fisch aus einem Eimer nahm, um ihn noch zappelnd auf einen leeren Haken zu spießen und ihn als Köder zu verwenden.

Ein anderes Mal, als unser Weg entlang eines ruhigen Stroms führte, sah ich einen Mann am Ufer sitzen und seine Angel beobachten, anscheinend im Frieden mit sich und der Welt, währen neben ihm die Fische, die er bereits gefangen hatte, hilflos zappelten und nach Luft schnappten. Mein Vater sagte, dass er nicht verstehen könne, wie jemand sich daran freuen könne, seinen Nachmittag damit zu verbringen, Fische aus dem Wasser zu ziehen und sie draußen langsam sterben zu lassen.

Diese Kindheitserinnerungen kamen zurück als ich Worse Things Happen at Sea: the Welfare of Wild-caught Fish [wörtl.: 'Schlimmeres geschieht auf dem Meer: wie es freilebenden Fischen ergeht, die gefangen werden'] las, einen bahnbrechenden Bericht, der vorigen Monat auf fishcount.org.uk. veröffentlicht wurde. Fast überall auf der Welt gilt es als normal, dass Tiere, wenn sie zu Nahrungszwecken getötet werden, möglichst leidensfrei getötet werden sollen. Schlachtregeln beinhalten im Allgemeinen, dass die Tiere sofort bewusstlos sein müssen, bevor sie getötet werden, oder dass der Tod augenblicklich erfolgen muss, oder im Fall rituellen Schlachtens, dass der Tod so schnell erfolgen möge, wie es die religiöse Doktrin zulässt.

Das gilt nicht für Fische. Es gibt keine “humanen” Schlachtbedingungen für frei lebende Fische, die im Meer gefangen und getötet werden, auch für Zuchtfische existiert so etwas eher nicht. Fische, die von Fischdampfern gefangen werden, werden an Bord gehievt und man lässt sie dort ersticken. Sie lebend als Köder auf Angelhaken zu spießen ist eine gängige Praxis: Bei der Langleinenfischerei zum Beispiel gibt es Hunderte oder Tausende Haken an einer einzigen Leine, die 50 bis 100 Km

Ein Hering gefangen im Netz eines Schottischen Fischdampfers.

Ein Hering gefangen im Netz eines Schottischen Fischdampfers.

lang sein kann. Fische, die den Köder annehmen, können viele Stunden lang am Haken hängen, bevor die Leine eingeholt wird.

Die kommerzielle Fischerei verwendet häufig Stellnetze – Wände aus feinen Netzen, in denen die Fische sich verheddern, oft mit den Kiemen hängen bleiben. Sie können darin ersticken, weil sie durch die verhedderten Kiemen nicht mehr atmen können. Wenn nicht, bleiben sie doch stundenlang gefangen, bevor die Netze eingeholt werden.

Die überraschendste Enthüllung dieses Berichts ist jedoch die atemberaubende Anzahl von Fischen, denen Menschen diese Todesarten zumuten. Indem sie die Tonnagen aus den Fangberichten den verschiedenen gefangenen Fischarten zuordnete und sie durch das Durchschnittsgewicht jeder Fischart teilte, erstellte Alison Mood, die Autorin des Berichts, die vermutlich erste systematische Schätzung der Anzahl weltweit gefangener frei lebender Fische. Es handelt sich ihren Berechnungen nach um eine Trillion [1.000.000.000.000.000.000], es könnten aber auch bis zu 2,7 Trillionen sein.
Betrachten wir dies einmal anders: die United Nations Food and Agriculture Organisation [Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen] schätzt, dass etwa 60 Milliarden Tiere jährlich zum menschlichen Verzehr getötet werden – das entspricht etwa neun Tieren pro menschlichem Wesen auf unserem Planeten. Wenn wir von Moods niedrigerer Schätzung von einer Trillion ausgehen, entspricht die Anzahl der gefangen Fische pro Kopf 150. Das beinhaltet noch nicht die Milliarden Fische, die illegal gefangen werden, auch nicht die Fische, die ungewollt als Beifang gefangen und weggeworfen werden und auch die Fische, die als Köder auf Haken gespießt werden zählen dabei nicht.
Viele dieser Fische werden indirekt verzehrt – gemahlen als Fischmehl landen sie in der Massentierhaltung bei Hühnern oder Fischen. Eine durchschnittliche Lachsfarm verbraucht 3-4 Kg freilebender Fische für jedes Kilogramm Lachs, das sie produziert.
Nehmen wir einmal an, all dieser Fischfang wäre nachhaltig, was er natürlich nicht ist. Es wäre dann doch beruhigend zu glauben, dass das Töten in solch einem riesigen Ausmaß nicht schlimm ist, weil Fische keinen Schmerz empfinden. Aber das Nervensystem der Fische ähnelt dem von Vögeln und Säugetieren genug, um annehmen zu lassen, dass dem doch so ist. Wenn Fische etwas erleben, das anderen Tieren körperliche Schmerzen zufügt, verhalten sie sich auf eine Weise, die Schmerz vermuten lässt und die Veränderung in ihrem Verhalten kann mehrere Stunden lang anhalten. Es ist ein Mythos, dass Fische ein kurzes Gedächtnis haben. Fische lernen, unangenehme Erfahrungen zu vermeiden, wie z.B. Elektroschocks. Schmerzstillende Medikamente verringern die Schmerzsymptome, die sie sonst zeigen.
Victoria Braithwaite, Professorin für Fischerei und Biologie an der Pennsylvania State University, hat vermutlich mehr Zeit auf die Erforschung dieses Themas verwendet als je ein anderer Wissenschaftler zuvor. Ihr kürzlich erschienenes Buch Do Fish Feel Pain? [Empfinden Fische Schmerz?] zeigt, dass Fische nicht nur Schmerz empfinden können, sondern sogar viel klüger sind, als die meisten Menschen glauben. Im letzten Jahr erklärte eine wissenschaftliche Kommission der EU, dass ausreichend Beweise dafür vorliegen, dass Fische Schmerz empfinden.
Warum sind Fische die vergessenen Opfer auf unseren Tellern? Ist es, weil ihr Blut kalt ist und sie von Schuppen bedeckt sind? Ist es, weil sie ihrem Schmerz keine Stimme verleihen können? Aus welchem Grund auch immer, die Beweise häufen sich, dass kommerzieller Fischfang unvorstellbare Schmerzen und Leiden verursacht. Wir müssen lernen, freilebende Fische auf humane Art zu fangen und zu töten – oder, wenn das nicht möglich ist, weniger grausame und nachhaltigere Alternativen für ihren Verzehr finden.

Originaltext

Peter Singer

Peter Singer

Peter Singer ist Professor für Bioethik an der Princeton University und Preisträger der Universität von Melbourne. Sein bekanntestes Buch ist wohl Animal Liberation – Die Befreiung der Tiere aus den 70er Jahren. Neuere  Bücher sind Praktische Ethik und in diesem Jahr wurde  Leben Retten – Wie sich die Armut abschaffen lässt und warum wir es nicht tun veröffentlicht.

15. September 2010 Kategorie Ernährung, Inspiration, Tierrechte

Hagen Rether legt nach

Jeglicher Kommentar meinerseits wäre hier überflüssig – kaum jemand bringt es so bissig auf den Punkt wie Hagen Rether.

21. August 2010 Kategorie Ernährung, Medizin, Tierrechte, Umwelt, vegan

Eier Rückrufaktion wegen Salmonellen

Ein halbe Milliarde Eier werden nach einem Befall mit Salmonellen zurückgerufen. Nur zwei Eierfarmen haben diese Menge produziert und an beiden Orten wurden bei Tests Salmonellen gefunden. Daher der Rückruf. Das “Egg-Safety Centre” – das “Zentrum für Eiersicherheit” kommentierte dazu: “Nur ein Prozent aller Eier in den USA sind betroffen”.

Natürlich könnte es uns eigentlich egal sein, ob in den USA gerade eine solche Rückrufaktion stattfindet, denn die Eier werden wohl kaum nach Deuschland gelangen. Oder vielleicht doch? In weiterverarbeiteten Lebensmitteln könnten sie vielleicht doch… aber darum geht es mir gar nicht.

Ich bin bestürzt über die Mengen. Wenn eine halbe Milliarde Eier nur 1% der Eier in den USA ausmacht, bedeutet das, das 50 Milliarden Eier auf dem Markt waren, als die Rückrufaktion begann. Bei nicht ganz 300 Millionen Einwohnern sind das ca. 15 Eier pro Kopf, Veganer und Lacto-Vegetarier nicht herausgerechnet. Wie viele Milliarden Hennen sitzen dafür in Legebatterien? Wieviel “Kraftfutter” aus genmanipuliertem Mais und Fischmehl wird ihnen gefüttert? Wieviele Tonnen ihrer Exkremente verseuchen die Luft und das Grundwasser? Ist es in Deutschland ähnlich?

Wenn ich diese Dimensionen anschaue, dann frage ich mich, ob wir wirklich überhaupt etwas ausrichten können, wenn Einzelne unter uns sagen: da mache ich nicht mehr mit. Wie viele Menschen müssten diesen Schritt gehen, damit sich in der Welt sichtbar etwas verändert? Und doch kann nur jeder einzelne Mensch für sich allein die Entscheidung treffen, an diesem System teilzunehmen oder eben nicht. Im Fall des Essens ist es auch ganz einfach – nur wir selbst entscheiden, was wir in den Mund stecken und was nicht. Niemand anderes ist verantwortlich.

26. Juli 2010 Kategorie Ernährung, Medizin, Tierrechte

7,5 tote Hühner pro Sekunde – wollen wir das wirklich zulassen?

Einer der größten Schlachthöfe soll in Wietze im Landkreis Celle gebaut werden. 450 Mastbetriebe wollen ihre Hühnchen dort schlachten lassen. 7,5 tote Hühner pro Sekunde, das sind 2,5 Millionen pro Woche oder 134 Millionen pro Jahr. Auf jedes dieser Tiere kommt noch einmal eines, das am Tag des Schlüpfens gleich zermust oder vergast wurde, weil es männlich war. Und das ist nur ein Schlachthof, nicht etwa die Gesamtproduktion von Deutschland. Wer isst das eigentlich alles? Das frage ich mich oft.

Solche Zahlen erschrecken mich zutiefst. Gleichzeitig sind sie so enorm, dass man sie gar nicht mehr fassen kann. Auch Nicht-Vegetarier sind meist nicht mit dieser Art der “Produktion” ihres Essens einverstanden. Für ein besseres Verständnis sorgt vielleicht die Sendung Frontal 21, die dazu einen Beitrag ausgestrahlt hat. Wer ihn verpasst hat, kann (zumindest für einige Zeit noch) hier die Wiederholung anschauen.

Der Vegetarierbund hat zu einer Protestaktion aufgerufen. Ich schließe mich dem an und bitte Sie, auch dort zu unterschreiben. Hier geht es zum Artikel des VEBU.

22. Mai 2010 Kategorie Ernährung, Tierrechte

Grillen ohne Tierleid?

Kann man die Grillsaison genießen ohne dafür das Leiden und Sterben von Tieren in Kauf zu nehmen? Ja, das geht ganz problemlos. Neben leckeren marinierten Gemüsespießen oder selbstgemachten Würstchen oder Bratlingen (z.B. aus Sonnenblumenkernen, Karotten und anderem Gemüse) gibt es natürlich fertige Fleischersatzprodukte zu kaufen. Ob das schmeckt und auch Nicht-Veganer überzeugt? Peta hat einen Film darüber gemacht.

12. April 2010 Kategorie Tierrechte

Hunderte von Walen gerettet – Sea Sheperd sei Dank!

Die japanischen Walfänger sind sauer. Haben sie doch “nur” 507 Wale gefangen anstatt der 850, die sie sich vorgenommen hatten. Im letzten Jahr waren es noch 680 der friedlichen Meeressäuger. Die Sea Shepherd von Capitain Paul Watson beziffert den finanziellen Verlust, den die Walfänger dadurch hinnehmen mussten mit 70 Millionen Dollar. Ein großer Gewinn für die Umwelt. Die Frustration und Wut der Japaner schlug jedoch solche Wellen, dass sie ein Schiff der Sea Shepherd – die Ady Gil – rammten, weil die Organisation mehr als drei Wochen lang verhinderte, dass auch nur ein einziger Wal gefangen und getötet werden konnte.

Wir können nur hoffen, dass diese Aktionen mit der Zeit dazu führen werden, dass der Walfang als unwirtschaftlich aufgegeben wird. Aber vermutlich bin ich da zu idealistisch…

Quellen:
www.ecorazzi.com/2010/04/12/whalers-blame-sea-shepherd-for-lowest-catch-in-years/
http://www.ecorazzi.com/2010/03/10/sea-shepherd-estimate-70m-lost-for-japanese-whaling-fleet-in-latest-campaign/

7. März 2010 Kategorie Tierrechte

Tierschutz oder Tierrechte – was ist der Unterschied?

Indien hat gerade verfügt, dass Zirkus- und Zooelefanten alle in Reservatzonen überführt werden sollen, wo sie ihr Leben in relativer Freiheit genießen können. Relativ, weil diese Zonen, obwohl größer als das, was diese Elefanten bisher kannten, dennoch begrenzt sind und weil beobachtet werden muss, ob sie sich in der Freiheit überhaupt noch zurecht finden und anpassen können. Betroffen sind etwa 130 Tiere. Erreicht wurde diese Entscheidung aufgrund der stetigen Arbeit von Tierrechtlern. Gleichzeitig leben noch etwa 3.500 Elefanten in Gefangenschaft, entweder als Arbeitselefanten oder dressiert in Tempeln, wo sie stundenlang fast unbeweglich stehen müssen und die Gläubigen in den Ganesha-Tempeln “segnen”, indem sie ihnen mit dem Rüssel den Scheitel oder die Stirn berühren.

Diese Nachricht ist gar nicht so neu, aber sie hat mich erneut zum Nachdenken gebracht über den Unterschied zwischen Tierschutz und Tierrechten. Das ist nämlich kein Wortspiel, dazwischen liegen Welten! Die Tierrechtler gehen davon aus, dass Tiere ihre eigene Würde und Unantastbarkeit haben und wir nicht das Recht besitzen, sie in irgendeiner Form zu benutzen, auszubeuten. Um beim Beispiel der Elefanten zu bleiben: Sie wären fast ausgestorben und wir haben sie lange geschützt. Doch wenn sich die Populationen in manchen Gegenden so gut erholen, dass sie für uns Menschen unbequem werden, geben wir sie sofort wieder zum Abschuss frei. Im Zweifel setzen wir also unsere Interessen immer über die der Tiere, insbesondere unsere wirtschaftlichen Interessen.

Es geht dabei nicht nur um Elefanten und andere vom Aussterben bedrohte Tierarten. Wir tun dasselbe mit unserem sogenannten “Nutzvieh”. Was für ein Wort! Nutzvieh und Tiere überhaupt gelten in Deutschland als Sachwerte, ihre Verletzung als Sachbeschädigung. Das lässt erahnen in welchem Geist wir Deutschen auf das Thema Tiere schauen. Der Tierschutz engagiert sich darin, z.B. die Haltung von Hühnern in zu kleinen Käfigen abzuschaffen – eine sehr lobenswerte Sache – aber niemand von den Tierschützern stellt infrage, ob wir das Recht haben, Hühner überhaupt zu halten, vom Essen einmal ganz abgesehen.

Die Frage der Tierrechte ist also viel weitreichender gefasst und behandelt das Thema einzig als Wahrung der Interessen der Tiere. Der Tierschutz dagegen relativiert die Tatsache, dass Tiere Rechte haben und versucht, dass es den Tieren möglichst gut gehen soll, solange wir sie “benutzen” können, wie wir wollen.

Wie halten Sie es? Sind Sie der Meinung, Tiere haben Rechte, die genauso unantastbar sind, wie die von uns Menschen?