Archive for the “Ernährung” Category

9. Mai 2010 Kategorie Ernährung, Medizin

Bio oder nicht Bio – das ist hier die Frage

Nun hat es die Bio-Branche mal wieder erwischt und alle Kritiker können jubeln – Bio ist eben doch nicht besser. Vor Kurzem musste Lidl noch den Käse wegen Verseuchung mit Listerien zurückrufen – zugegeben, das war kein Bio-Skandal, das war konventionelle Lebensmittel-Vergiftung – nun sind es die Bio-Eier mit Dioxin.

Wer sich für die Hintergründe interessiert und die Fakten noch einmal nachlesen möchte schaut z.B. in der TAZ nach.

Die Frage ist: können wir wirklich erwarten, dass Discounter wie Aldi und Lidl uns qualitativ hochwertige Bioware liefern? Dort gehen wir doch hin, weil wir für unsere Ernährung nicht viel Geld ausgeben können. Muss man sich dann nicht auch darüber im Klaren sein, dass die Standards für Lidl oder Aldi Bioware eben andere sind, als für Demeter oder Allnatura Produkte aus dem Biomarkt? Demeterhöfe bauen mindestens 70% des Tierfutters auf eingenem Land an, optimalerweise sollten es natürlich 100% sein.

Bio gerät in Verruf – doch eigentlich liegt es daran, dass die gesetzlichen Vorschriften auch auf EU-Ebene deutlich niedrigere Standards setzen, das Ergebnis sehen wir nun. Genauso gibt es z.B. Bio-Sonnenblumenkerne aus China – wer will denn nachprüfen, ob die wirklich Bio sind? Oder die Sojamilch-Produkte, die es jetzt im Supermarkt zu kaufen gibt, sind die wirklich alle aus nicht genmanipuliertem Soja?

Ich verlasse mich am liebsten auf Bioprodukte mit hohen Standards aus Deutschland. Oder auf ausländische Bioprodukte aus dem Transfairhandel. Aber das ist natürlich auch eine Frage der finanziellen Möglichkeiten und da geht es mir wie den meisten von uns: alles Bio geht einfach nicht. Ich habe den Vorteil, dass ich vegan lebe und inzwischen Rohköstlerin geworden bin. Meine Ernährung besteht also fast ausschließlich aus gutem Gemüse, Obst und Nüssen.

Wie machen Sie das? Wieviel Bio kaufen Sie? Wem vertrauen Sie noch?

1. Mai 2010 Kategorie Ernährung

Fischöl trägt nicht zur Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten bei

Es wird immer wieder gesagt, dass der Verzehr von Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren, insbesondere EPA und DHA die kognitiven Fähigkeiten im Alter länger aufrecht erhalten soll. Doch neueste Forschungen haben ergeben: Fischöl trägt nicht zur Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten bei. Zu diesem Ergebnis kamen englische Forscher, die ältere Erwachsene nach zwei Jahren mit Fischöl als Nahrungsergängzungsmittel untersuchten. In einer Doppelblindstudie bekamen 867 Versuchspersonen mit einem Durchschnittsalter von 75 Jahren entweder Fischöl (mit 200 mgEPA plus 500 mg DHA) oder Placebo (Olivenöl). Verschiedene Untersuchungen wurden durchgeführt, darunter Tests zur Reaktionszeit, dem räumlichen Gedächtnis sowie zur Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung. Zwischen beiden Gruppen traten keine Unterschiede auf.

Dangour AD, Allen E, Elbourne D, et al. Effect of 2-y n23 long-chain polyunsaturated fatty acid supplementation on cognitive function in older people: a randomized, double-blind, controlled trial1–3. Am J Clin Nutr. Published ahead of print April 21, 2010. doi: 10.3945/ajcn.2009. 29121.

Die Frage, die man sich stellen sollte ist: woher haben die Fische die Omega-Fettsäuren? Diese sind nämlich pflanzlichen Ursprungs. Deshalb enthalten Zuchtfische auch viel weniger. Wir können unseren Bedarf sehr gut aus Pflanzennahrung decken, müssen den Umweg über das Fischfett nicht machen, denn Fischfett enthält neben den Omega-Fettsäuren viele andere Dinge, die wir in unserem Körper lieber nicht haben wollen, wie etwa Schwermetalle und giftige Chemikalien.

29. März 2010 Kategorie Ernährung

Du bist, was du isst

Sind Sie ungeduldig? Treffen Sie manchmal Entscheidungen, die sich schlecht auf Ihre Finanzen auswirken? Schuld daran könnte Ihr Essen sein. Fast Food ist nicht nur schlecht für unseren Körper, es beeinflusst den ganzen Menschen, vor allem auch unser Verhalten und unsere Entscheidungen.

Die Ursprungsidee von Fast Food – dem schnellen Essen – war die Erhöhung der Effizienz. Die Menschen sollten schnell eine Mahlzeit verzehren, um sich dann anderen Dingen zuwenden zu können. Forscher haben jedoch herausgefunden, dass der bloße Anblick eines Fast Food Logos schon Ungeduld verursachen kann, die dazu führt, dass wir z.B. andere Produkte auswählen, andere wirtschaftliche Entscheidungen treffen, als ohne diesen Einfluss.

In einem Experiment zeigten die Forscher den Versuchspersonen  Fast Food Symbole wie zum Beispiel das McDonalds Logo auf einem Bildschirm, allerdings nur wenige Millisekunden lang, sodass das Bild nicht bewusst erfasst werden konnte. In einem nachfolgenden Lesetest, lasen die Versuchspersonen aus dieser Gruppe deutlich schneller, als die, die nur schwarze Quadrate auf dem Bildschirm gesehen hatten. Es bestand keinerlei Vorteil darin, früher mit dem Lesen fertig zu sein.

In einem weiteren Versuch sollten sich die Versuchspersonen an einen Aufenthalt in einem Fast Food Restaurant erinnern. In der Folge wählten sie eher Zeit sparende Produkte aus – wie zum Beispiel ein 2 in 1 Shampoo. Ein letztes Experiment zeigte, dass die Bereitschaft eine Belohnung durch Warten zu vergrößern durch den Anblick eines Fast Food Logos verringert wurde. Die Versuchspersonen wählten eher eine kleinere Sofortzahlung, statt eines späteren, größeren Betrags.

Es ist also ähnlich wie beim Pawlow-Reflex: so wie die Klingel bei den berühmten Hunden den Speichelfluss anregte, löst der Anblick eines Fast Food Logos bereits den “Reflex des Zeit sparens” aus, ungeachtet dessen, ob Zeit ein wichtiger Faktor in diesem Zusammenhang ist. Schneller zu gehen ist zum Beispiel sinnvoll, wenn man sonst zu spät zu einem Termin kommen würde, ist aber ein Zeichen von Ungeduld, wenn man einen Spaziergang im Park macht.

“Wenn man in Betracht zieht, welche Rolle Ungeduld in finanziellen Dingen in der derzeitigen Wirtschaftskrise gespielt hat”, sagt Chen-Bo Zhong, einer der Studienleiter, “müssen wir über das Kalorienzählen hinausschauen, wenn wir die Auswirkungen von Fast Food erforschen wollen, da es sich auch auf unsere  alltäglichen psychischen Reaktionen und unser Verhalten in einem weiter gefassten Bereich auswirkt, als vorher angenommen.”

Quelle: University of Toronto, Rotman School of Management (2010, March 26). Exposure to fast food can make us impatient. ScienceDaily.

25. Februar 2010 Kategorie Ernährung, Medizin, Tierrechte

Rückrufaktion für verseuchtes Fleisch

Fast 5 Millionen Pfund Rind- und Kalbfleisch von der Huntington Fleischverpackung werden in den USA wegen Verdacht auf Escherischia Coli Befall zurückgerufen sowie fast 1,5 Millionen Pfund mit Salmonellen verseuchte Salami der Firma Daniele Inc.

Mir ist nicht bekannt, ob diese Produkte auch nach Deutschland exportiert wurden, aber es zeigt wieder einmal, dass die Massentierhaltung und Massenverarbeitung von Fleisch nicht ungestraft von statten gehen können. Escherischia Coli ist ein Bakterium, das wir alle in uns tragen, bestimmte Formen davon können jedoch  Magen-Darm-Erkankungen auslösen, außerdem Harnwegsinfekte, Bauchfellentzündung oder Neugeborenenmeningitis. Wenn es im Fleisch vorkommt, bedeutet das, dass das Fleisch mit Fäkalien verunreinigt war. Das kommt sehr häufig vor, wied aber eben meist nicht entdeckt.

Es ist nicht das erste Mal, dass so etwas in den USA geschieht und es hat auch schon Todesfälle deshalb gegeben. Der Grund dafür liegt nicht nur in Verletzungen der Hygienepflicht, sondern er liegt noch tiefer. Weil die Maisproduktion so stark angewachsen ist – der größte Teil davon genmanipuliert – wird der Mais auch an Kühe verfüttert. Das Verdauungssystem der Kühe ist aber auf Gras ausgerichtet. Das Füttern von Mais hat eine Veränderung der Darmflora der Kühe bewirkt, was wiederum eine Mutation der E. Coli Bakterien verursacht hat, die inzwischen resistent gegen Antibiotika sind. Die Tatsache, dass die meisten Kühe auch Antibiotika bekommen, hat dazu sicher auch beigetragen.

Das U.S. Department für Landwirtschaft und Nahrungsmittelsicherheit untersucht die Fälle derzeit.

Quellen: http://www.newsinferno.com/archives/18669

http://www.cidrap.umn.edu/cidrap/content/fs/food-disease/news/feb0110salmo.html

15. Februar 2010 Kategorie Ernährung, Medizin

Softdrinks erhöhen Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs

Nur zwei Limonaden oder neudeutsch Softdrinks pro Woche scheinen das Risiko, Bauchspeicheldrüsenkrebs zu bekommen, fast zu verdoppeln. Pankreaskrebs, so die medizinische Bezeichnung, ist mit 3%  aller Krebsarten zwar relativ selten, dafür ist er jedoch besonders bösartig und führt in vielen Fällen innnerhalb kurzer Zeit zum Tod.

Die Bauchspeicheldrüse liegt hinter dem Magen, produziert Verdauungssäfte zur Aufschlüsselung von Eiweiß und Fett sowie Insulin zur Blutzuckerregulierung. Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die Studie wurde von Dr. Noel T. Mueller von der Universität Washington geleitet und fand im Rahmen der Singapore Chinese Health Study statt, einer Überwachung von über 60.000 Menschen über einen Zeitraum von mehr als vierzehn Jahren.

Warum der Bezug zu zuckerhaltigen Limonadegetränken? Mueller sagt, man wisse es nicht genau. “Wir glauben, es ist der Zucker in den Getränken, der den Insulinspiegel im Körper anhebt, was unserer Meinung nach zum Wachstum der Krebszellen in der Bauchspeicheldrüse beiträgt.”

Andere Risikofaktoren, wie Alter, Rauchen, Diabetes und Body Mass Index (BMI) wurden rechnerisch berücksichtigt. Das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs steigt mit zunehmendem Alter.

Die Getränkeindustrie hat die Studie scharf kritisiert, nannte sie fehlerhaft und verwies auf andere Studien, die nicht zum gleichen Ergebnis kamen. Insbesondere, dass nur 140 Fälle von Pankreaskrebs auftauchten und untersucht wurden, wurde als ungenügend betrachtet. Unterstützung kam jedoch von Laurence N. Kolonel, einem Forscher des Krebsforschungszentrums der Universität von Honolulu, Hawaii. Er hatte zusammen mit seinen Kollegen 2007 seine Forschungsergebnisse bezüglich Zucker in der Ernährung und dem Risiko von Bauchspeicheldrüsenkrebs veröffentlicht. “In unserer Studie fanden wir einen Zusammenhang zwischen hohen Verzehrmengen an Fruktose und Pankreaskrebs. Da hochgradig fruktosehaltiger Maissirup das Hauptsüßungsmittel in Softdrinks darstellt, stimmen unsere Forschungsergebnisse mit der jetzt vorgelegten Studie überein”, sagte er.

13. Februar 2010 Kategorie Ernährung, Tierrechte

20.000 Tiere pro Woche retten

Bremen ist die erste deutsche Stadt, die einen Veggie-Day – einen vegetarischen Wochentag eingeführt hat. Wenn sich tatsächlich alle daran halten, würde das etwa 20.000 Tieren pro Woche das Leben retten, die sonst auf den Tellern der Bremer Bürger landen. Doch nicht nur die Tiere können sich freuen, auch die Umwelt wird geschont. Durch diesen einen Wochentag ohne Fleisch kann genauso viel CO2 eingespart werden wie 40.000 Autos im Jahr verursachen. Und der Gesundheit kommt es auch zugute, denn tierische Nahrungsmittel sind die Hauptverursacher von chronischen Krankheiten wie Bluthochdruck, Herzinfarkt und Krebs.

12. Februar 2010 Kategorie Ernährung, Medizin

Geflügel und Eier verdoppeln das Risiko für Prostatakrebs

Die Ernährung von knapp 1300 Männern mit Prostatakrebs ohne Rezidiv (Wiederauftreten) wurde zwei Jahre lang von einem Forscherteam eines Zusammenschlusses mehrerer amerikanischer medizinischer Fakultäten beobachtet. Hintergrund war die Tatsache, dass Fleisch und Fisch zur Entstehung von Prostatakrebs beitragen sollen, niemand aber je untersucht hat, wie es nach der Diagnose weitergeht.Ziel der Studie war es also, den Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Fleisch, Fisch, Geflügel und Eiern und dem Risiko des Fortschreitens oder Wiederauftretens von Prostatakrebs zu erforschen.[1]

Der Verzehr von Eiern und Geflügel mit Haut ergab ein verdoppeltes und sogar bis zu vervierfachtes Risiko für das Wiederauftreten der Krankheit. Diese Studie zeigt, dass es sehr wohl auf die Ernährung ankommt, selbst nach einer Krebsdiagnose. Beim Braten und Grillen von Fleisch entstehen sogenannte heterozyklische Amine, die erwiesenermaßen Krebs erregend sind. Eine Studie mit ca. 23.000 Teilnehmern über mehrere Jahre ergab ein erhöhtes Prostatakrebsrisiko durch den Verzehr von stark gebratenem oder gegrilltem Fleisch.[2]

Der Verzehr von Eiern ist ebenfalls problematisch, weil Eier viel tierisches Fett enthalten, das nachweislich mit der Krebsentstehung in Verbindung gebracht wird. Die Forscher vermuten weiter, dass der hohe Cholingehalt von Eiern beim Prostatakrebs eine Rolle spielt: “Der Verzehr von Eiern wirkt sich entscheidend auf den Cholinwert im Blut aus, und dieser wiederum wurde kürzlich mit einem erhöhten Risiko für Prostatakrebs in Verbindung gebracht”, sagte einer der Forscher.[3]

[1] Richman EL et al. Intakes of meat, fish, poultry, and eggs and risk of prostate cancer progression. Am J Clin Nutr. 2009 Dec 30.

[2] Sinha R et al. Meat and meat-related compounds and risk of prostate cancer in a large prospective cohort study in the United States. Am J Epidemiol. 2009 Nov 1;170(9):1165-77

[3] http://www.foodnavigator.com/Science-Nutrition/Meat-not-linked-to-prostate-cancer-recurrence-risk

12. Februar 2010 Kategorie Ernährung, Medizin

Alanis Morrisettes neue Ansichten zur Ernährung

Die Künstlerin, die schon als Teenager ihre Karriere begann, war magersüchtig und hatte Bulimie, wie sie dem ‘Health-Magazine” für seine Dezemberausgabe anvertraute. “Ich versuchte, Enttäuschungen, Trauer und Schmerz durch mein Essverhalten zu beeinflussen. Manchmal aß ich vier bis sechs Monate lang fast gar nichts.”

Jetzt, mit 35 Jahren hungert sie sich nicht mehr selbst aus, sondern hat begonnen Essen als “eine Art spiritueller Übung” anzusehen. Ihre gesunden Ansichten zur Ernährung verdankt sie einem Buch, das sie vor einigen Jahren entdeckte: “Eat to Live” von Dr. Joel Fuhrman. “Das ist meine Bibel geworden, hat mich dazu gebracht, völlig neu zu überdenken, was ich meinem Körper zuführe … Jetzt esse ich Nahrungsmittel mit hohem Nährwert wie Obst, Nüsse, Grünkohl und Spinat. Ich mache sogar Spinat in meine Smoothies”, sagte die kanadische Musikerin. Auch von Milchprodukten hat sie sich verabschiedet – ihrer Haut zuliebe. “Meine Haut sieht jetzt toll aus”, sagt sie.

Die Überwindung ihrer Essstörungen hat auch für mehr Klarheit in ihrem sonstigen Leben gesorgt: “Mir ist jetzt völlig klar, was meine Aufgabe im Leben ist. Es gibt keine Depression oder Lethargie mehr und ich spüre, dass ich wieder zu meinem athletischen Selbst zurückkehre. Ich integriere jetzt alle Anteile von mir – Diskjockey, Musikerin, Autorin, Dichterin, Philosophin – und das macht mich stärker.”

Quelle: http://www.cnn.com/2009/SHOWBIZ/Music/11/13/morissette.eating.disorder/index.html