Archive for the “Ernährung” Category

21. September 2010 Kategorie Ernährung, Tierrechte, Umwelt

Fische – vergessene Opfer auf unseren Tellern.

Von Peter Singer, übersetzt von Frauke Girus-Nowoczyn

Als ich ein Kind war, nahm mich mein Vater immer zu Spaziergängen mit, oft am Fluss entlang oder am Meer. Wir kamen an Anglern vorbei, die vielleicht gerade ihre Angel mit einem kämpfenden Fisch am Ende einholten. Einmal sah ich einen Mann, der einen kleinen Fisch aus einem Eimer nahm, um ihn noch zappelnd auf einen leeren Haken zu spießen und ihn als Köder zu verwenden.

Ein anderes Mal, als unser Weg entlang eines ruhigen Stroms führte, sah ich einen Mann am Ufer sitzen und seine Angel beobachten, anscheinend im Frieden mit sich und der Welt, währen neben ihm die Fische, die er bereits gefangen hatte, hilflos zappelten und nach Luft schnappten. Mein Vater sagte, dass er nicht verstehen könne, wie jemand sich daran freuen könne, seinen Nachmittag damit zu verbringen, Fische aus dem Wasser zu ziehen und sie draußen langsam sterben zu lassen.

Diese Kindheitserinnerungen kamen zurück als ich Worse Things Happen at Sea: the Welfare of Wild-caught Fish [wörtl.: 'Schlimmeres geschieht auf dem Meer: wie es freilebenden Fischen ergeht, die gefangen werden'] las, einen bahnbrechenden Bericht, der vorigen Monat auf fishcount.org.uk. veröffentlicht wurde. Fast überall auf der Welt gilt es als normal, dass Tiere, wenn sie zu Nahrungszwecken getötet werden, möglichst leidensfrei getötet werden sollen. Schlachtregeln beinhalten im Allgemeinen, dass die Tiere sofort bewusstlos sein müssen, bevor sie getötet werden, oder dass der Tod augenblicklich erfolgen muss, oder im Fall rituellen Schlachtens, dass der Tod so schnell erfolgen möge, wie es die religiöse Doktrin zulässt.

Das gilt nicht für Fische. Es gibt keine “humanen” Schlachtbedingungen für frei lebende Fische, die im Meer gefangen und getötet werden, auch für Zuchtfische existiert so etwas eher nicht. Fische, die von Fischdampfern gefangen werden, werden an Bord gehievt und man lässt sie dort ersticken. Sie lebend als Köder auf Angelhaken zu spießen ist eine gängige Praxis: Bei der Langleinenfischerei zum Beispiel gibt es Hunderte oder Tausende Haken an einer einzigen Leine, die 50 bis 100 Km

Ein Hering gefangen im Netz eines Schottischen Fischdampfers.

Ein Hering gefangen im Netz eines Schottischen Fischdampfers.

lang sein kann. Fische, die den Köder annehmen, können viele Stunden lang am Haken hängen, bevor die Leine eingeholt wird.

Die kommerzielle Fischerei verwendet häufig Stellnetze – Wände aus feinen Netzen, in denen die Fische sich verheddern, oft mit den Kiemen hängen bleiben. Sie können darin ersticken, weil sie durch die verhedderten Kiemen nicht mehr atmen können. Wenn nicht, bleiben sie doch stundenlang gefangen, bevor die Netze eingeholt werden.

Die überraschendste Enthüllung dieses Berichts ist jedoch die atemberaubende Anzahl von Fischen, denen Menschen diese Todesarten zumuten. Indem sie die Tonnagen aus den Fangberichten den verschiedenen gefangenen Fischarten zuordnete und sie durch das Durchschnittsgewicht jeder Fischart teilte, erstellte Alison Mood, die Autorin des Berichts, die vermutlich erste systematische Schätzung der Anzahl weltweit gefangener frei lebender Fische. Es handelt sich ihren Berechnungen nach um eine Trillion [1.000.000.000.000.000.000], es könnten aber auch bis zu 2,7 Trillionen sein.
Betrachten wir dies einmal anders: die United Nations Food and Agriculture Organisation [Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen] schätzt, dass etwa 60 Milliarden Tiere jährlich zum menschlichen Verzehr getötet werden – das entspricht etwa neun Tieren pro menschlichem Wesen auf unserem Planeten. Wenn wir von Moods niedrigerer Schätzung von einer Trillion ausgehen, entspricht die Anzahl der gefangen Fische pro Kopf 150. Das beinhaltet noch nicht die Milliarden Fische, die illegal gefangen werden, auch nicht die Fische, die ungewollt als Beifang gefangen und weggeworfen werden und auch die Fische, die als Köder auf Haken gespießt werden zählen dabei nicht.
Viele dieser Fische werden indirekt verzehrt – gemahlen als Fischmehl landen sie in der Massentierhaltung bei Hühnern oder Fischen. Eine durchschnittliche Lachsfarm verbraucht 3-4 Kg freilebender Fische für jedes Kilogramm Lachs, das sie produziert.
Nehmen wir einmal an, all dieser Fischfang wäre nachhaltig, was er natürlich nicht ist. Es wäre dann doch beruhigend zu glauben, dass das Töten in solch einem riesigen Ausmaß nicht schlimm ist, weil Fische keinen Schmerz empfinden. Aber das Nervensystem der Fische ähnelt dem von Vögeln und Säugetieren genug, um annehmen zu lassen, dass dem doch so ist. Wenn Fische etwas erleben, das anderen Tieren körperliche Schmerzen zufügt, verhalten sie sich auf eine Weise, die Schmerz vermuten lässt und die Veränderung in ihrem Verhalten kann mehrere Stunden lang anhalten. Es ist ein Mythos, dass Fische ein kurzes Gedächtnis haben. Fische lernen, unangenehme Erfahrungen zu vermeiden, wie z.B. Elektroschocks. Schmerzstillende Medikamente verringern die Schmerzsymptome, die sie sonst zeigen.
Victoria Braithwaite, Professorin für Fischerei und Biologie an der Pennsylvania State University, hat vermutlich mehr Zeit auf die Erforschung dieses Themas verwendet als je ein anderer Wissenschaftler zuvor. Ihr kürzlich erschienenes Buch Do Fish Feel Pain? [Empfinden Fische Schmerz?] zeigt, dass Fische nicht nur Schmerz empfinden können, sondern sogar viel klüger sind, als die meisten Menschen glauben. Im letzten Jahr erklärte eine wissenschaftliche Kommission der EU, dass ausreichend Beweise dafür vorliegen, dass Fische Schmerz empfinden.
Warum sind Fische die vergessenen Opfer auf unseren Tellern? Ist es, weil ihr Blut kalt ist und sie von Schuppen bedeckt sind? Ist es, weil sie ihrem Schmerz keine Stimme verleihen können? Aus welchem Grund auch immer, die Beweise häufen sich, dass kommerzieller Fischfang unvorstellbare Schmerzen und Leiden verursacht. Wir müssen lernen, freilebende Fische auf humane Art zu fangen und zu töten – oder, wenn das nicht möglich ist, weniger grausame und nachhaltigere Alternativen für ihren Verzehr finden.

Originaltext

Peter Singer

Peter Singer

Peter Singer ist Professor für Bioethik an der Princeton University und Preisträger der Universität von Melbourne. Sein bekanntestes Buch ist wohl Animal Liberation – Die Befreiung der Tiere aus den 70er Jahren. Neuere  Bücher sind Praktische Ethik und in diesem Jahr wurde  Leben Retten – Wie sich die Armut abschaffen lässt und warum wir es nicht tun veröffentlicht.

15. September 2010 Kategorie Ernährung, Inspiration, Tierrechte

Hagen Rether legt nach

Jeglicher Kommentar meinerseits wäre hier überflüssig – kaum jemand bringt es so bissig auf den Punkt wie Hagen Rether.

14. September 2010 Kategorie Allgemein, Ernährung, Inspiration, vegan

Der Tofu-Test – Wer merkt’s?

Viele Menschen sagen, sie mögen keinen Tofu. Doch stimmt das? Merken sie überhaupt, wenn ihr geliebtes Fleisch gegen eine gesunde, fleischlose Alternative ausgetauscht wird? RTL hat den Test gemacht…

9. September 2010 Kategorie Ernährung, Medizin

Nach den Eiern nun wieder Fleisch

Nach dem Rückruf einer halbe Milliarde (!) Eier wegen Salmonellengefahr gibt es eine weitere Rückrufaktion in den USA. Diesmal geht es wieder um einen Befall von E.coli, einem Bakterium, das Magen-Darm-Erkrankungen hervorrufen kann. Ende August waren drei Menschen bereits erkrankt. Etwa 4000 Kg Fleisch sollen zurückgerufen werden, doch etliches davon dürfte friedlich in den Tiefkühlschränken schlummern.

Es gibt verschiedene E.coli Bakterienstämme. Nur einer ist derzeit offiziell im Fleisch verboten. Die amerikanische Regierung muss nun entscheiden, ob sie sechs weitere Stämme in die Verbotsliste aufnimmt. Die Fleischindustrie reagierte abwehrend – nur wegen eines Krankheitsausbruchs sei das Verbot nicht erforderlich. Ein Verbot der Krankheitserreger würde “mehr schaden als nutzen”, denn es würde nur zu teuren Tests führen. Dieses Geld könne man besser in Maßnahmen investieren, die verhindern, dass diese Bakterien überhaupt ins Fleisch gelangen.

Na dann weiterhin allen “Genießern” tierlicher Nahrungsmittel Guten Appetit.

23. August 2010 Kategorie Ernährung, Medizin

Diabetiker gesucht

Für eine Umfrage suche ich Menschen mit Diabetes Typ-2, die bereit sind, zehn Fragen zu beantworten. Die Umfrage ist Teil bzw. Beginn eines größeren Projekts. Hier können Sie teilnehmen –> klick. Vielen Dank auch für die Weitergabe dieser Information.

21. August 2010 Kategorie Ernährung, Medizin, Tierrechte, Umwelt, vegan

Eier Rückrufaktion wegen Salmonellen

Ein halbe Milliarde Eier werden nach einem Befall mit Salmonellen zurückgerufen. Nur zwei Eierfarmen haben diese Menge produziert und an beiden Orten wurden bei Tests Salmonellen gefunden. Daher der Rückruf. Das “Egg-Safety Centre” – das “Zentrum für Eiersicherheit” kommentierte dazu: “Nur ein Prozent aller Eier in den USA sind betroffen”.

Natürlich könnte es uns eigentlich egal sein, ob in den USA gerade eine solche Rückrufaktion stattfindet, denn die Eier werden wohl kaum nach Deuschland gelangen. Oder vielleicht doch? In weiterverarbeiteten Lebensmitteln könnten sie vielleicht doch… aber darum geht es mir gar nicht.

Ich bin bestürzt über die Mengen. Wenn eine halbe Milliarde Eier nur 1% der Eier in den USA ausmacht, bedeutet das, das 50 Milliarden Eier auf dem Markt waren, als die Rückrufaktion begann. Bei nicht ganz 300 Millionen Einwohnern sind das ca. 15 Eier pro Kopf, Veganer und Lacto-Vegetarier nicht herausgerechnet. Wie viele Milliarden Hennen sitzen dafür in Legebatterien? Wieviel “Kraftfutter” aus genmanipuliertem Mais und Fischmehl wird ihnen gefüttert? Wieviele Tonnen ihrer Exkremente verseuchen die Luft und das Grundwasser? Ist es in Deutschland ähnlich?

Wenn ich diese Dimensionen anschaue, dann frage ich mich, ob wir wirklich überhaupt etwas ausrichten können, wenn Einzelne unter uns sagen: da mache ich nicht mehr mit. Wie viele Menschen müssten diesen Schritt gehen, damit sich in der Welt sichtbar etwas verändert? Und doch kann nur jeder einzelne Mensch für sich allein die Entscheidung treffen, an diesem System teilzunehmen oder eben nicht. Im Fall des Essens ist es auch ganz einfach – nur wir selbst entscheiden, was wir in den Mund stecken und was nicht. Niemand anderes ist verantwortlich.

26. Juli 2010 Kategorie Ernährung, Medizin, Tierrechte

7,5 tote Hühner pro Sekunde – wollen wir das wirklich zulassen?

Einer der größten Schlachthöfe soll in Wietze im Landkreis Celle gebaut werden. 450 Mastbetriebe wollen ihre Hühnchen dort schlachten lassen. 7,5 tote Hühner pro Sekunde, das sind 2,5 Millionen pro Woche oder 134 Millionen pro Jahr. Auf jedes dieser Tiere kommt noch einmal eines, das am Tag des Schlüpfens gleich zermust oder vergast wurde, weil es männlich war. Und das ist nur ein Schlachthof, nicht etwa die Gesamtproduktion von Deutschland. Wer isst das eigentlich alles? Das frage ich mich oft.

Solche Zahlen erschrecken mich zutiefst. Gleichzeitig sind sie so enorm, dass man sie gar nicht mehr fassen kann. Auch Nicht-Vegetarier sind meist nicht mit dieser Art der “Produktion” ihres Essens einverstanden. Für ein besseres Verständnis sorgt vielleicht die Sendung Frontal 21, die dazu einen Beitrag ausgestrahlt hat. Wer ihn verpasst hat, kann (zumindest für einige Zeit noch) hier die Wiederholung anschauen.

Der Vegetarierbund hat zu einer Protestaktion aufgerufen. Ich schließe mich dem an und bitte Sie, auch dort zu unterschreiben. Hier geht es zum Artikel des VEBU.

30. Mai 2010 Kategorie Ernährung, Medizin

An die Männer

Gestern kam die Meldung, dass Dennis Hopper mit nur 74 Jahren an Prostatakrebs gestorben ist. Das ist eine der häufigsten Todesursachen bei Männern – und gleichzeitig eine, die größtenteils vermieden werden und sogar oft noch aufgehalten werden kann, wenn man(n) sich entsprechend ernährt.

Bei etwa 20% der Männer über 45 finden sich in der Prostata Krebszellen(1), ohne dass sie Symptome haben oder irgendetwas spüren. Der Körper kann Krebszellen auch wieder zerstören, in den meisten Fällen führen sie also nicht zu einer Tumorbildung, die die Lebensspanne verkürzt. 11% aller Krebserkrankungen bei Männern beginnen jedoch in der Prostata. In diesen Fällen wächst der Tumor also heran, kann sogar in andere Körperteile metastasieren. Dann verkürzt er die Lebenszeit statistisch betrachtet um neun Jahre(2). Geographisch gesehen kommt diese Krebsart zehn Mal so häufig in Ländern mit einer “westlichen” Ernährung vor, als in Ländern, in denen die Menschen hauptsächlich von pflanzlicher Nahrung leben. Asiaten, die kaum je an Prostatakrebs erkranken, vervielfachen ihr Risiko, wenn sie in Länder wie die USA oder nach Europa auswandern. Dies ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Ernährung eine größere Rolle spielt, als z.B. die genetische Belastung.

Tierliches Fett und tierliches Eiweiß scheinen neben Hormonen in der Nahrung die Hauptfaktoren für die Entstehung von Prostatakrebs zu sein. Ende letzten Jahres wurde eine Studie veröffentlicht, die Geflügel und Eier ebenfalls mit einbezieht. Das Insulin ähnliche Wachstumshormon IGF-1, das vor allem in Milchprodukten vorkommt, spielt ebenfalls eine tragende Rolle(3).

Wenn Sie also Ihr Risiko an Prostatakrebs zu erkranken verringern möchten, dann verzichten Sie so weit wie möglich auf tierliches Eiweiß und Fett. Es gibt tatsächlich leckere Alternativen. Eine ballaststoffreiche, fettarme Ernährung kann den ausgebrochenen Krebs sogar aufhalten – es ist also nie zu spät.

Dr. Dean Ornish führte eine Studie mit 93 an Prostatakrebs erkrankten Männern durch, die alle Bestrahlungen, Chemotherapie und Operationen für sich ablehnten. Er teilte sie in zwei Gruppen ein: die erste Gruppe bekam eine fettarme, rein pflanzliche Ernährung, zusätzlich ein leichtes Bewegungsprogramm. Die zweite Gruppe änderte nichts an ihrer Lebensweise.

Nach einem Jahr wurden die Ergebnisse im Journal of Urology in den USA veröffentlicht(4).

Sechs Patienten aus der Kontrollgruppe waren aus der Studie ausgeschieden, weil ihr Tumor sehr schnell wuchs. Sie entschieden sich doch für eine konventionelle schulmedizinische Behandlung aus Operation, Chemotherapie oder Bestrahlung.

Keiner aus der Gruppe mit der veganen (rein pflanzlichen) Ernährung erlebte ein solches Wachstum des Tumors. Im Gegenteil, die Tumormarker sanken nachweislich im Blut(4). Die Blutuntersuchungen zeigten, dass das Krebswachstum durch die Ernährungsumstellung verringert werden konnte. Je konsequenter die Patienten die Ernährungsrichtlinien umsetzten, desto besser war ihr Ergebnis.

Die Hemmung des Krebswachstums wurde auch noch anders nachgewiesen. Am Ende des Jahres vermischten die Forscher Blut der Probanden mit Krebszellen und beobachteten das Wachstum. Das Blut der Kontrollgruppe hemmte das Wachstum der Krebszellen kaum – nur etwa um 9%. Das Blut der Menschen aus der Gruppe der veganen Ernährung verhinderte das Wachstum der Krebszellen um 70% – ein fast acht Mal besseres Ergebnis.

Wenn Sie nachher oder morgen entscheiden, was Sie essen wollen, dann behalten Sie diese Informationen doch im Hinterkopf und versuchen Sie einmal die guten Alternativen zu finden. Es gibt sie – leckere, rein pflanzliche Mahlzeiten, sogar Grillen kann man ohne seine Gesundheit dafür zu runieren. Hierzu gibt es gerade wundervolle Rezepte in der neuesten Ausgabe von Schrot & Korn.  Oder Sie belegen einen meiner Kurse – Termine finden Sie auf unserer Praxiswebsite.



1 Breslow N, Chan CW, Dhom G, et al. Latent carcinoma of prostate at autopsy in seven areas. Int J Cancer 1977;20:680-8.

2 Carter BS, Carter HB, Isaacs JT. Epidemiologic evidence regarding predisposing factors to prostate cancer. Prostate 1990;16:187-97.

3 Chan JM, Stampfer MJ, Giovannucci E, et al. Plasma insulin-like growth factor-I and prostate cancer risk: a prospective study. Science 1998;279:563-5

4 Ornish D, et al. 2005. Intensive lifestyle changes may affect the progression of prostate cancer. Journal of Urology. 174:1065-70

29. Mai 2010 Kategorie Ernährung

Essen Sie manchmal im Speisenwagen der Bahn?

Ich bin naiv. Das muss ich einfach zugeben. Eben habe ich den Artikel “Sarah Wiener tischt auf” bei Foodwatch gelesen und nun ist mir klar, wie sehr man für dumm verkauft wird, wenn man im Speisewagen der Bahn essen geht. Da tue ich zwar sowieso nicht, aber trotzdem ärgert und schockert mich die Tatsache, dass dort Mischungen aus Zusatzstoffen im Essen anzufinden sind, die nicht deklariert werden müssen. Doch was mich wirklich überrascht ist die Tatsache, dass mir das in jedem beliebigen Restaurant auch passieren kann. Dass Hersteller Ihre Produkte für Großküchen und Restaurants mit dem ‘Prädikat’ “ohne deklarierungspflichtige Zusatzstoffe” kennzeichnen, und dass ich in einem Restaurant aus der Karte nicht entnehmen kann, ob dort frisch gekocht wird oder nur irgendwelche Industrienahrung warm gemacht und serviert wird. Da schüttelt es mich doch schon wieder. Ob das auch für vegane Restaurants gilt? Naja, die gibt’s ja eh kaum, die werden keine Zielgruppe für die Hersteller von Industrienahrung sein. Trotzdem habe ich mich an der Aktion “Für mehr Klarheit auf der Speisekarte” natürlich beteiligt. Wenn Sie auch wissen wollen, was Sie auf dem Teller haben, wenn Sie auswärts essen, dann unterstützen Sie die Aktion.

Wer mehr über den Betrug beim Essen erfahren möchte, sollte das Buch von Thilo Bode, dem Gründer von Foodwatch, unbedingt lesen.

22. Mai 2010 Kategorie Ernährung, Tierrechte

Grillen ohne Tierleid?

Kann man die Grillsaison genießen ohne dafür das Leiden und Sterben von Tieren in Kauf zu nehmen? Ja, das geht ganz problemlos. Neben leckeren marinierten Gemüsespießen oder selbstgemachten Würstchen oder Bratlingen (z.B. aus Sonnenblumenkernen, Karotten und anderem Gemüse) gibt es natürlich fertige Fleischersatzprodukte zu kaufen. Ob das schmeckt und auch Nicht-Veganer überzeugt? Peta hat einen Film darüber gemacht.