6. Mai 2010 Kategorie Allgemein

Frauke Girus-Nowoczyn

Ich bin Heilpraktikerin, Homöopathin und ganzheitliche Ernährungsberaterin.

Es ist mir ein inneres Anliegen, mehr Gesundheit in das Leben der Menschen zu bringen. Meine Erfahrung bisher hat mir gezeigt, dass das nur geht, wenn man selbst die Verantwortung wieder übernimmt, anstatt sie in Arzt- oder Heilpraktikerpraxen am Empfang zusammen mit dem Mantel abzugeben. Der “Onkel Doktor” weiß eben nicht, was gut für mich ist, das kann ich nur selbst herausfinden und jeder Ratschlag, den ich mir auf diesem Weg einhole, muss von mir überprüft werden. Hört sich anstrengend an, nicht wahr? Manchmal ist es das auch. Aber ich glaube, dass es keinen anderen Weg gibt. Gerade im medizinischen Bereich gibt es enorm viele Meinungen, die sich außerdem ständig ändern.

Während meiner Homöopathie-Ausbildung hatten wir einmal eine Vorlesung zu diesem Thema. Ein homöopathischer Arzt, Dr. Voegeli, hat in den sechziger Jahren ein Buch geschrieben – leider besitze ich es nicht und schreibe also aus der Erinnerung heraus – worin er unter anderem aus der Geschichte der Medizin die unterschiedlichen Behandlungsformen aufzählt, die im Bereich Magenerkrankungen vom Beginn der Homöopathie bis zum Erscheinen seines Buches aufgekommen waren. Ich glaube, er kam auf annähernd 100 Theorien und Behandlungsformen, die nacheinander zur wissenschaftlich bewiesenen Meinung geworden und dann wieder verworfen worden waren. Darunter waren so gruselige Dinge, wie die Meinung, dass Magenerkrankungen mit Zahnwurzelgranulomen zusammen hängen, worauf den Patienten reihenweise gesunde Zähne gezogen wurden. Diese, jene und noch andere Ernährungsformen wurden getestet und verschwanden wieder, der Magen wurde überbrückt und noch vieles mehr. Nach dem Erscheinen dieses Buches kam vor ein paar Jahren  der Heliobakter pylorus in Mode und seitdem wird mit Antibiotika gearbeitet, doch auch das hat sich als heftiger Bumerang erwiesen, weil es zum einen die Magenerkrankungen nicht beseitigt, zum anderen die Antibiotikaresistenzen verstärkt. Voegelis Grund für diese Aufzählung war, zu zeigen, dass die Homöopathie in all den Jahren beständig in ihrem Behandlungsansatz geblieben ist und immer mehr Erfolge hat. Das stimmt und hat sich durch keine Modeerscheinung verändert.

Ich sympathisiere stark mit solchen Menschen, die eine mehrheitliche Meinung nicht einfach übernehmen, sondern selbst denken. ‘aude sapere’, das aus der Aufklärung stammende Motto von Samuel Hahnemann, dem Begründer der Homöopathie, ist auch meins. Wörtlich übersetzt bedeutet es soviel wie: ‘wage, zu wissen’ freier gefasst: ‘wage, Deinen eigenen Verstand zu benutzen’. Konstantin Wecker hat ein wunderschönes Gedicht von Lothar Zanetti zu diesem Thema vertont: Was keiner wagt…

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