Denken oder Sein?
Viele Menschen denken über den Sinn ihres Lebens nach, suchen ihn, wollen ihn (heraus)finden. Das kann ganz schön viel Stress verursachen, denn wenn man ihn nicht findet, bleibt das eigene Leben dann sinnlos? Vergeudete Lebenszeit? Das reicht doch für eine handfeste Depression, oder? Oder aber man findet einen Sinn, der einem Angst macht, an den man sich nicht herantraut, wie z.B. die Welt zu retten, oder vielleicht auch ‘nur’ Wale oder streunende Katzen…
Neulich las ich den Satz: Der Sinn deines Lebens ist nicht, was du denkst.
Stimmt! Der Sinn deines Lebens ist, zu sein, wer du bist! Dein Potential möglichst ganz zu entfalten. Es geht nicht darum, irgendeine Aufgabe zu erfüllen. Dinge, wie ‘erfolgreich werden’ oder ‘die Welt retten’ sind letztlich nur Aktvititäten, durch die du dein Sein ausdrückst. Diese Aktivitäten können wichtig sein, gar keine Frage. Wir alle haben Ziele, Wünsche, vielleicht eine Berufung, aber jede/r von uns ist viel mehr als das. Wenn wir Selbsterkenntnis betreiben und uns bewusst machen, welche Geschenke jede/r von uns der Welt zu geben hat, dann gehen wir unseren ureigenen Weg. Wenn wir unser Tun vollkommen verantworten, können wir jede Entscheidung treffen, ohne uns an Regeln anderer halten zu müssen. Es gibt dann kein richtig oder falsch mehr. All diese Grenzen, die uns scheinbar gesetzt sind, lösen sich dann auf und dahinter liegt die Freiheit.
Diese Freiheit beinhaltet, sich in jedem Moment zu prüfen und auf dem eigenen Weg zu bleiben. Isst du jetzt dieses Tier oder nicht? Fährst du diese Strecke mit dem Auto oder mit dem Rad? Stellst du Forderungen an diesen Menschen oder lässt du ihn ganz frei? Kaufst du Billigware und nimmst Kinderarbeit in Kauf oder verzichtest du auf etwas, das du dir wünscht? Wie drückt sich das, was du bist, am besten aus?
Vielleicht ist Pfingsten genau der richtige Moment, sich Zeit zu nehmen und da hinein zu spüren…